Die „Kölner Karnevalsgesellschaft Mer Blieve Zesamme”
ist eine Familiengesellschaft von 1937.

MBZ – drei Buchstaben, ein Versprechen!

Denn es steht für „Mer Blieve Zesamme“, und dies hat unsere Familiengesellschaft nun schon seit mehr als 87 Jahren bewiesen.

In politisch schwierigen Zeiten hatten positiv denkende und karnevalistisch beseelte Männer eine Vision und gründeten im Jahre 1937 voller Zuversicht unter dem Motto „Mer Blieve Zesamme“ eine Kölner Karnevalsgesellschaft. Dieser integrierende Vereinsname sollte über Jahrzehnte von Erfolg gekrönt sein.  Steigende Mitgliederzahlen führten die MBZ durch gute Vorstände gelenkt zu größer werdender  Beliebtheit und zu immer größeren Veranstaltungen. Der immer noch von aller Munde gesungene Karnevalsgassenhauer „Dreimol null es null, bliev null“ wurde auf einer Karnevalssitzung der KG MBZ von dem legendären Trio „Drei Laachduuve“ uraufgeführt.

1976 stellte die Kölner Karnevalsgesellschaft Mer Blieve Zesamme von1937 e.V. das Kölner Dreigestirn. Seitdem zieht die KG MBZ jährlich met vill Spass an der Freud im Rosenmontagszug durch Köln. 

Jährlich veranstaltet die KG MBZ ihre allseits beliebte, große Prunksitzung und die nicht mehr weg zu denkende Mädchersitzung mit Programmen, die ihres gleichen suchen. Seit über zehn Jahren leitet diese Sitzungen auf unnachahmliche Weise der Präsident der Gesellschaft, Dr. Veit Wasserfuhr. Mit der stets wertschätzenden Begrüßung und Verabschiedung der Künstler in Kölsch oder Hochdeutsch schafft er es spielend, einerseits die Künstler zur Hochform auflaufen zu lassen und andererseits das Publikum zu enthusiastischen Beifallsstürmen zu veranlassen.

Vor einigen Jahren hat die KG MBZ die Schirmherrschaft über die Tanzgruppe  „Die Pänz us dem ahle Kölle“ übernommen, einer Milljöh Tanzgruppe vom Feinsten. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene tanzen zu ausdrucksvollen Choreographien ihrer Leiterin Birgit Kohnen. Ein adrettes Erscheinungsbild, Musikalität, Gesang und tänzerische Darbietung ohne Drill macht diese Tanzgruppe so bemerkenswert auf Kölner Karnevalsbühnen.

Einzigartig für die KKG Mer Blieve Zesamme ist wohl, dass sie im gesamten Stadtbereich beheimatet ist, aber keine eigene Bleibe hat. Viele Veranstaltungen führen durch das ganze Jahr. Ob interessante Führungen, der monatliche Stammtisch, Pänz op Jöck, die Sessionseröffnung, die Weihnachtsveranstaltung, en Mess op Kölsch oder eine Schiffstour, immer kommt die Familiengesellschaft in ganz Köln gemütlich zusammen und sammelt dabei immer für einen guten Zweck.

Unsere Veranstaltungen vereinigen nivht nur Familien, aber auch Freunden mit dieselben Interessen. Schon mehrmals haben unsere Casino Enthusiasten spannende Wettbewerbe für echtes Geld organisiert.

Ständig wird mit viel Enthusiasmus in unterschiedlichen Gremien an neuen Ideen gearbeitet, um der Familiengesellschaft bei immer vielfältiger werdenden Eventangeboten eine Plattform für Jung und Alt zu bieten, die unserer Karnevalsgesellschaft gerecht wird. Auch in Zukunft soll unser Name Programm sein:

                                                                                         Mer Blieve Zesamme

Vorstand

Schatzmeister
Gereon Fitzler

Erster Vorsitzender
Dr. Karl-Heinz Pass

Präsident
Dr. Veit Wasserfuhr

 Geschäftsführer
Dr. Andreas Kruppa

 Schriftführer
Dr. Christoph Büschgens

Historie

Anlaß zur Gründung der MBZ gab wohl der politische Zeitgeist, der bereits Jahre zuvor katholische Studentenverbindungen verboten hatte. Nicht verbieten konnte man hingegen die Freundeskreise Gleichgesinnter, die beispielsweise in Karnevalsgesellschaften weiterlebten. Dennoch gibt es dort, wo viele Menschen zusammen sind, auch unterschiedliche Strömungen. Die „Große von 1823“, die als die Stammutter mehrerer Gesellschaften gilt, blieb auch hiervon nicht verschont.

Seit der Existenz des Kölner Karnevals und seiner Gesellschaften hat es immer wieder Differenzen gegeben, in deren Verlauf sich Gruppen abspalteten und verselbstständigten. Meist war dies ein fruchtbarer Prozeß, und der Karneval verdankt diesem Umstand immer neue Impulse – besonders in dem selbstverständlichen Bemühen der neugegründeten Gesellschaften, manches „anders“ zu machen.

Mer Blieve Zesamme von 1937 e.V.

Historie (Fortsetzung)

„Mer blieve zesamme“ sagten sich einige Senatoren und Mitglieder, die sich 1937 von der „Großen“ trennten. Und so wurde aus dem Wunsch „zusammenzubleiben“ – fast wie von selbst – eine neue Karnevalsgesellschaft geboren. Obwohl die Zeit nicht gerade günstig für eine Gesellschaftsgründung war, entwickelte sich die MBZ gut. Zunächst veranstaltete man kleinere Familienabende in der „Gletscherspalte“ der Wolkenburg, an deren Programmgestaltung stets Mitglieder beteiligt waren, z.B. Vorstandsmitglied Bernhard Röhrig als Prof. Kallendr…ser, als vorzüglicher Büttenredner.

Die junge Gesellschaft mauserte sich. Die Besucherzahlen der Veranstaltungen wurden stärker, man benötigte größere Räume – zuerst den Casinosaal und dann den großen Saal der Wolkenburg. Nur wenigen wird bekannt sein, dass es bei der MBZ-Sitzung am 12.2.1938 in der Wolkenburg zu der Uraufführung eines Liedes kam, das in Köln so bekannt wurde wie kaum ein zweites: „Die Kaygass Nummero Null“. Der Text stammt von Willi Herkenrath, die Melodie von Hermann Kläser. Beide hatten sich einige Jahre zuvor mit Heinrich Jung zu den „3 Laachduve“ zusammengeschlossen und das Lied an diesem Abend als Zugabe gesungen.

Ein großer Teil des Erfolges der MBZ ging in dieser Zeit auf das Konto zweier Männer: Klaus Bintz, des schlagfertigen Präsidenten, und des Schriftführers Franz Chorus, dessen Vereinslieder begeistert aufgenommen wurden. Die Kriegswirren setzten dem gesellschaftlichen Leben in Köln ein jähes Ende.

Erst Anfang 1946 konnte das Vereinsleben wiederaufgenommen werden. Weiberfastnacht stieg die erste – improvisierte – Sitzung mit vollem Erfolg. Spätestens bei der Jubiläumssitzung am 7.2.47 im „Atlantik“ fanden die Initiatoren die Richtigkeit des Beschlusses – zusammenzubleiben – bestätigt. Die Anmeldungen waren so zahlreich (ca.800 Karten), dass die zur Verfügung stehenden Karten (450) zugeteilt werden mussten.

Nachdem Sitzungspräsident Klaus Bintz Mitte 1947 aus Altersgründen zurückgetreten war, fiel die Wahl auf Jupp Wallraf vom KMGV. Er leitete 15 Jahre lang neben den MBZ-Sitzungen auch die Kostümfeste, die zunächst im Fürstenhof und später im Excelsior stattfanden.Auch außerhalb der session entwickelte sich gesellschaftliches Leben. Die MBZ veranstaltete Sommerfeste, Ausflüge, Damenzirkel und Nikolausfeiern.

Im Jahr des Silberjubiläums, 1962, trat Wallraf zurück. Als seinen Nachfolger empfahl er der Gesellschaft Hans Lindemann, bereits erfolgreich als Tanzoffizier der Großen Mülheimer, sowie Literat und Vizepräsident der Narrenzunft. Sein Debüt gab Hans Lindemann, dessen charmante Art sofort Anklang fand, als Leiter einer glanzvollen Jubiläumssitzung am 3.2.62 in der Flora. Die gute Entwicklung der Gesellschaft setzte sich unter Lindemann fort. Als die Räume der Flora allmählich zu klein wurden, hielt man Einzug in die Sartorysäle.

Der unvergessene Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Session 1976, in der die MBZ das Dreigestirn stellte:

Hans Lindemann (Prinz)
Hans Burckhart (Bauer)
Jan Uwe Disselbeck (Jungfrau)

Mit der Übernahme des Präsidentenamtes durch Jan Uwe Disselbeck am 23.4.80 lebten die Kostümbälle im Hotel Excelsior wieder auf. Es war erfreulich festzustellen, dass immer mehr junge Leute Spaß an den Veranstaltungen der MBZ fanden und an den Rosenmontagszügen teilnahmen.

Doch alle Freude wurde getrübt, als 1983 – innerhalb weniger Wochen – zwei Männer des närrischen Trifoliums von 1976 starben: Hans Lindemann und Hans Burckhart. Beide haben unsere Gesellschaft maßgeblich geprägt. Während der Präsidentschaft von Jan Uwe Disselbeck wurde auch das gesellschaftliche Leben außerhalb der Session gepflegt. Man traf sich zu Sommerbällen, Spargelessen und zu Feiern in den Räumen der Casino-Gesellschaft, zu der seit Oktober 1974 enger Kontakt besteht. Aus beruflichen Gründen stand Jan Uwe Disselbeck bei den Neuwahlen am 24.6.87 nicht mehr zur Verfügung.

Sein Nachfolger wurde Paul Bong – Kölner mit Leib und Seele – der versprach, die Tradition der großen MBZ-Familie fortzuführen. Zur selben Zeit waren auch die Posten des Vorsitzenden und des Schriftführers neu zu besetzen. Reinhard Richter wurde nun Nachfolger von K.H.Müller-Pering. Und da die MBZ gern als fortschrittlich galt, hatte Jan Uwe Disselbeck – noch vor seiner Amtsübergabe – versucht, eine Frau für die Vorstandsaufgabe zu gewinnen. Mit Dr. Irma Berger wurde erstmals eine Frau in den Geschäftsführenden Vorstand der Gesellschaft geholt, deren Aktivitäten in den folgenden Jahren sich nicht auf die Schriftführung beschränken sollten, sondern in der Organisation zahlreicher Veranstaltungen und Freundschaftsreisen widerspiegelten.

Geblieben waren vom früheren Vorstand Schatzmeister Werner Tubes und – eines der Urgesteine der MBZ – Klaus Dambach als Geschäftsführer. In Köln sagt man: „Von nix kütt nix!“. Und so war dann auch in der Anfangszeit erst einmal eine intensive Orientierungsphase des um Dreifünftel „erneuerten“ Vorstandes vonnöten. Doch man war voller Ideen und Tatendrang. Mitglieder wurden „per pedes“ durch die Kölner Geschichte geschleust oder auf einem für die MBZ gecharterten Schiff zum „Rhein in Flammen“ gefahren.

Dem Himmel sei Dank für einen Literaten wie Dr.Joachim Wüst, der mit spritzigen Sitzungsprogrammen aufwartete und sich selbst durch ein – von Literaten stets gefürchtetes – „Loch im Programm“ nicht aus der Fassung bringen ließ. Kurzerhand verteilte er Noten unter die Musiker und überraschte den Saal mit einem nahezu professionellen Musikvortrag. Man muß eben alles künne!

Bei allen Bemühungen des Vorstandes blieb der erfolg nicht aus. Die Erweiterung der Veranstaltungsangebote stieß auf immer mehr Interesse bei jungen Leuten, die ihre Mitgliedschaft in der MBZ beantragten. Mit Jazz-Brunch am Pfingstmontag – bei dem man auch Freunde der Bürger-Gesellschaft trifft, – Rotweinweg-Wanderungen, Führungen, festlichen Messen und Adventsfeiern, sei nur angerissen, was das MBZ-Leben ausmacht – außerhalb der Session versteht sich. Zu einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders ist seit einigen Jahren die „Freundschaftsreise“ geworden.

Ein ständig größer werdender Kreis von Mitgliedern reiste nach Wien Amsterdam, Brüssel, Moskau/St.Petersburg, Peking/Xian und – alle Wege führen bekanntlich dorthin – nach Rom. Eine einzige Veränderung im Vorstand ergab sich 1992, als Alfons Vay – früher Schriftführer – den Vorsitz übernahm. Als wohl einer der jüngsten Literaten in Köln übernahm 1993 Thomas Vay – nach einer längeren Elevenzeit bei seinem Vorgänger das Amt der Gesellschaft. Ein Glücksfall, wie sich gleich bei den ersten Sitzungsprogrammen zeigt.